Dawn of the Dead

An dieser Stelle möchte ich dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) meinen  herzlichen Dank aussprechen. Kaum ein Bundespolitiker, selbst Norbert „Die-Rente-ist-sicher“ Blüm nicht, hat sich um die Sicherung der Altersrente so sehr verdient gemacht,
wie Klaus Töpfer. Auch wenn fälschlicherweise meistens Jürgen Trittin (Grüne) dafür gefeiert wird. Aber der hat nur das gesungen, was Töpfer komponiert hatte.

Dank des Dosenpfandes brauche ich später nicht als Rentner beim REWE die Regale im Auftrag eines Subunternehmers aufzufüllen, sondern kann einer leichten Tätigkeit an der frischen Luft nachgehen.  (Querschläger zum Thema: Demografischer Wandel! Druckfassung als PDF oder hier weiterlesen) Und falls die Tantiemen der Begegnung nicht ausreichen sollten und der Wohnraum knapp wird, gehe ich einfach ins Gefängnis. Denn die werden gerade angeblich leerer, wegen des demografischen Wandels und weil die Jugend nicht mehr so kriminell sei (oder sich nicht mehr so schnell erwischen lässt).

Im Ernst.

Es gibt von Steuerzahlern finanzierte Wissenschaftler, die das ernsthaft behaupten.
Vermutlich finden sich auch Wissenschaftler die gerade den Nachweis erbringen,
dass auf dem Land die Luft eines Tages schlechter sein wird als in der Stadt, weil alte Menschen aufs Land ziehen und man doch allgemein weiß, dass ältere Menschen schon mal
so komisch riechen.

Lassen wir uns doch nicht zum Idioten der Forscher machen.

Ja sieh mal einer an: Die Gesellschaft wird älter. Merken Sie, wie Sie gerade Teil des demografischen Wandels sind? Bereits während des Lesens dieses Textes werden
sie älter. (Glaubt man dem einen oder anderen Leserbrief zu dieser Kolumne,
altern einige von Ihnen beim Lesen des Querschlägers sogar um Jahre.)

Rente mit 67 wird ein Alptraum werden. Wir werden noch viel länger arbeiten
müssen als uns die Politik jetzt schon weismachen möchte. 67 ist vermutlich nur ein irrtümlicher Zahlendreher. Wir werden mit 76 noch in unseren Firmen sitzen und als Consultant dem Jungvolk zur Seite stehen oder auf die Nerven gehen. Die können sowieso
altes Know-how gut gebrauchen, weil sie umfangreichere Sachverhalte die mehr als 140-Twitterzeichen bedürfen eh nur schwer kapieren.

Oder wir werden als Medikamententester arbeiten, damit die Jüngeren die Chance haben, noch länger zu leben oder etwas zu erfinden, was ihnen das Austauschen unserer  Bettpfannen etwas angenehmer macht.

Was mich tröstet: Auch Philipp Mißfelder (Ex-JU-Chef) ist inzwischen 10 Jahre gealtert nach seinem Satz: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“. Ob er neben dem Alter auch
gereift ist? Man darf gespannt sein. Immerhin hat er nicht unbedingt die Sozialpolitik
als seine politische Heimat gewählt.

Vielleicht auch gut so. Inzwischen lässt er sich lieber mit dem Satz zitieren: „Es waren die Deutsche Einheit und die Politik von Helmut Kohl, die mich zur CDU führten.“

Na, der sitzt ja auch inzwischen im Rollstuhl. Wollen wir mal hoffen, dass
Mißfelder sich ordentlich um ihn kümmert – bei Gelegenheit.

Eine Horde von Altersdementen wird die Städte bevölkern, wie einst die unzähligen Helden in den Filmklassikern von George A. Romero, den die Älteren von Ihnen sicher noch kennen werden. Falls nicht und sie ihn bereits vergessen haben – auch egal. Dafür
gibt es ja so ein Suchdings in diesem Interdings, wo ich auch die Überschrift her habe. Glaube ich. Bleibt nur zu hoffen, dass uns die Jüngeren besser behandeln und es uns nicht genauso an den Kragen geht, wie in den Szenarien Romeros.

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