Mertesacker, Du geiler Typ! – Büchler, Du Lusche!

Endlich einmal keilt einer zurück im Interview! Allerdings verstehe ich nicht, wieso sich alle so darüber aufregen? Der Aufreger ist nämlich ein anderer: ZDF-Cocktail-Schirmchen Boris Büchler. Und dem gehört als Reporter völlig zu Recht eins übergezogen.

Damit wir uns nicht missverstehen: Die Deutschen haben gegen Algerien auch meiner Meinung nach, nicht besonders gut gespielt.

Aber welche Situation finden wir hier vor? Der ZDF-Reporter hat sich nun 90 Minuten + Verlängerung darüber aufgeregt, dass die Deutschen gegen Algerien Rumpelfußball bieten. Er hat gewissermaßen mit seinem Cocktail im klimatisierten Pressezentrum am Spielfeldrand gesessen.

Mertesacker und Co. haben dagegen auf dem Platz geackert wie die Blöden. Immer die Gefahr vor Augen, dass ein einziger Fehler den Heimflug bedeuten kann sowie vor allem Hohn und Spott der deutschen Presse und Häme der Fans.

Bezeichnen wir es wegen mir mit etwas Pathos ruhig als Überlebenskampf in einem Turnier mit K.O.-System. Algerien war schwerer zu spielen als gedacht.

Und dann soll Mertesacker – ausgelaugt aber noch voller Testosteron – sich anschließend rechtfertigen müssen, warum der Pas de deux nicht mit dem Orchester harmonierte oder die Landung nach dem doppelten Rittberger etwas gewackelt hat?

Soll Boris Büchler doch lieber von der Rhythmischen Sportgymnastik berichten und den Mädels mit ihren Kegeln und Bändern auf den Hintern starren. Da passt er mit seinem Cocktail-Schirmchen auch hin.

Mertesacker hat das einzig Richtige getan: Er hat zurückgekeilt. Das haben wir bei Sportler-Interviews viel zu selten. Dass man ihn jetzt dafür kritisiert und Boris Büchler Mitleid und Mitgefühl heuchelt in den Kommentarspalten der Presse, ist wohl eher dem Korpsgeist der Journalisten zu verdanken.

Inhaltlich korrekt ist es nicht.

Damit ist ZDF-Reporter Boris Büchler definitiv das Cocktail-Schirmchen des Monats!

Und weil es so schön war, noch einmal zum Nachlesen:

Cocktail-Schirmchen(CS): Per Mertesacker, Glückwunsch zum Einzug in die nächste Runde, ins Viertelfinale. Was hat das deutsche Spiel so schwerfällig und so anfällig gemacht?

Mertesacker (M): Völlig wurscht. Wir sind unter den letzten acht und das zählt.

CS: Aber das kann ja nicht das Niveau sein, was Sie sich vorher ausgerechnet haben, wenn man jetzt ins Viertelfinale einzieht. Dass man sich noch steigern muss, denke ich, dürfte auch Ihnen klar sein.

M: Was wollen Sie jetzt von mir? Was wollen Sie jetzt, so kurz nach dem Spiel? Kann ich nicht verstehen.

CS: Ich gratuliere erstmal zum Spiel und wollte dann fragen, warum es in der Defensive und beim Umschaltspiel nicht so gut gelaufen ist wie man sich das vorgestellt hat. Nur so.

M: Glauben Sie jetzt, unter den letzten 16 ist irgendwie ‘ne Karnevalstruppe oder was? Sie haben das hier hier richtig schwer gemacht über 120 Minuten. Wir haben gekämpft bis zum Ende. Und haben überzeugt, besonders dann in der Verlängerung. Das war ein Auf und Ab, wir waren mutig, haben natürlich viel zugelassen. Aber trotzdem muss man lange Zeit die Null halten. Das haben wir geschafft. Und darüber hinaus haben wir zum Ende hin verdient gewonnen. Alles andere … Ich leg’ mich erst mal drei Tage in die Eistonne, und dann analysieren wir das Spiel, und dann sehen wir weiter.

CS: Absoluter Kraftakt, eine Energieleistung, glauben Sie, dass jetzt noch mal dieser Wow-Effekt kommt, so wie bei der WM 2010 zum Beispiel – dass es auch spielerisch besser läuft?

M: Was wollen Sie? Wollen Sie ‘ne erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden, und haben schön gespielt? Ich versteh die ganze Fragerei nicht. Wir sind weitergekommen, sind super happy, haben heute alles gegeben und bereiten uns jetzt auf Frankreich vor.

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